Hoya serpens Hooker f. 1883

Photo 11.2004

H. serpens wurde in den Bergen von Sikkim in der Himalayaregion im westlichen Indien gefunden. Das ist ein von Monsumwinden, viel Nebel und Regen heimgesuchter, relativ kühler Bereich. Wie viele Gebirgsarten braucht diese Hoyaart deshalb kühle Bedingungen für ihr Wachstum. Auch in Nepal und Australien (Queensland) ist H. serpens verbreitet. Allerdings ist in Australien nur ein einziger Fundort bekannt. Nach Forster & Liddle (1990) ist H. serpens hier wahrscheinlich nur eingebürgert. Dies wurde im Jahre 2005 von C. M. Burton in einem Hoya Forum bestätigt. Sie beschrieb, das ein HSI Mitglied vor einigen Jahren das Sammeln von Hoyas aufgab, da die Pflanzen zu anspruchsvoll waren. Die ganze Sammlung wurde in den australischen Busch gepflanzt und so lange gegossen, bis die Hoyas eingewurzelt waren. H. serpens war dabei und verwilderte so.

Die Blätter sind klein, rund oder oval, grau/grün in der Farbe. Viele kleine Haare auf beiden Blattseiten geben der Pflanze ein schillerndes Aussehen. Die Blätter sind 1-2cm lang und breit. Die Pflanze verzweigt sich schnell und bildet eine dichte Matte von Blattwerk. Sie kriecht in ihren Heimatland am Boden entlang, oder überwuchert umgestürzte Stämme.

Die Blumen sind größer (Durchmesser 1,5cm) als die Blätter und sehr kraus. Wenn sie erblühen, sind sie weis-grün. Werden die Blüten älter, vertieft sich diese grüne Farbe und leicht pinkfarbene Töne sind sichtbar. Etwa 6-8 Einzelblüten blühen in einer hängenden Dolde. Die Blüten verströmen einen leichten süßen Duft. Schwache Mentholtöne sind spürbar. H. serpens blüht in Kultur nicht leicht. Die Blüten erscheinen nur an den Stielen, die vom Hauptteil der Pflanze abgehen. Die Pedunkel sind persistent, d. h. H. serpens blüht immer wieder aus denselben Doldenstielen.

H. serpens passt sich bereitwillig widrigen Lebensumständen an. Die Art ist ein Miniaturkriecher mit kurzen, flachen Wurzeln. Deshalb sind tiefe Töpfe oder feste Erdmischungen für H. serpens ungeeignet. Am kräftigsten wächst sie in einem flachen Bett aus Torfmoos. Das Moos kann in eine ausgehöhlte Kokosnuss oder ein Stück Korkrinde flach eingebaut werden. Das Licht, dass dieser Kriecher auf dem Waldboden am natürlichen Standort erhält, ist trüb, weil es durch das Blattwerk höherer Bäume gefiltert wird.
H. serpens ist deshalb an einem schattigen Platz in der Sammlung zu kultivieren. Als Zimmerpflanze erhält sie oft wesentlich mehr Licht als in der Wildnis. Das kann ein Grund für das Kümmern und für die Blühunwilligkeit einer H. serpens sein.

H. serpens IPPS 00142

Publikationen

Flora British India 4 S. 55 (1883) Klassifizierung H. serpens Hooker f.
D. Kloppenburg und Ann Wayman, The Hoya Handbook (A Guide for the Grower & Collecter) 1992, S. 91
Hoya R. Br. (Ascleoiadaceae) in Australia - An alternative Classification von P. I. Forster und D. J. Liddle, Februar 1990
Focke Albers, Ulli Meve Sukkulenten-Lexikon Band 3, S. 158 (2002)
The World of Hoyas - a pictorial guide von D. Kloppenburg (1999) S. 220 Kurzbeschreibung und S. 221 Foto von Ann Wayman
C. M. Burton, Hoyas I know and love, Atlanta 1981, S. 35

Hoya serpens - Blüte