Hoya imbricata Callery ex Decaisne 1844
= Hoya pseudomaxima Koorders 1919


Blütenfotos Surisa Somadee, Thailand-Hoyaclub

H. imbricata ist eine ungewöhnliche und sehr seltene Hoya. Sie zählt zu den Raritäten und stellt für jeden Hoyasammler eine Herausforderung dar. Das Hauptverbreitungsgebiet sind die Philippinen. Dort wird die Pflanze Paui-Pauikan genannt. Sie wächst in den Boutoc, Rizal und Laguna Provinzen der Insel Luzon. Auf den philippinischen Inseln wird H. imbricata als medizinische Pflanze genutzt.
Auch in Indonesien, auf der Insel Sulawesi und auf den Molukken wurde sie gefunden.

Foto am 09.08.05

Es handelt sich um eine epiphytisch wachsende Hoya mit runden oder muschelförmigen dunkel grünen bis grau grünen Blättern, meist mit silbernen Sprenkeln und rötlichen Flecken, die eng an Baumstämme gepresst nach oben wachsen. Die Blätter sind uhrglasartig aufgewölbt. Auf der Blattunterseite haben sie eine purpurne Farbe. Sie haben einen Durchmesser von etwa 8 bis 10cm. Neu gebildete Blätter überlappen sich. Die Anordnung der Blätter sieht wie ein Schindeldach am Baumstamm aus. Die Blätter haben sehr kurze Stiele. Jeder Blattknoten hat Wurzeln und bildet nur ein Blatt. An der Blattunterseite befindet sich ebenfals ein Netz kleiner Wurzeln, die in die Baumstämme hinein wachsen und so der Pflanze den nötigen Halt geben und ihr Nährstoffe zu führen. Die fest am Baum verankerten Blätter werden im Hohlraum zum Stamm oft von Ameisen bewohnt. Diese liefern der Pflanze weitere Nährstoffe und nutzen die Blätter als Haus.

Die Blütendolde ist flach und aufrecht wachsend. Der Doldenstiel ist etwa 10cm lang und kahl. Die Einzelblütenstiele sind unterschiedlich lang, gekrümmt, grün und kahl. Jede Dolde hat 6 bis 12 Einzelblüten. Die Blüten sind kraus. Die Kronenlappen sind stark zurück gebogen, von hell gelber Farbe. Die Kronenzipfel sind dünn, sehr lang und fein zugespitzt. Außen sind sie kahl, im Inneren mit feinen Haaren versehen. Die Krone hat einen Durchmesser von 8 bis 10mm. Die Nebenkrone steht nach oben. Deutlich sind die wie Büschel heraus hängenden Staubbeutel sichtbar. Sie ist weiß.

H. imbricata wächst in Kultur schwer. Sie sollte auf Farnstämmen gezüchtet werden. An Ihren heimatlichen Standorten bevorzugt sie Mangobäume oder Brotfruchtbäume. Diese werden von den überlappenden Blätter fast wie Moos bedeckt.


H. imbricata Thailand mit gefleckten Blättern, diese Hoya imbricata mit grünen Blättern stammt von den Philippinen

H. imbricata IPPS 01107 hat muschelförmige Blätter und große Trauben behaarter gelber Blüten. Sie stammt von den Philippinen.
H. imbricata IPPS 03333 hat runde Blätter mit silbernen Sprenkeln. Sie blüht in großen flachen Schirmen von zart gelber Farbe mit purpurner Krone. Sie stammt ebenfals von den Philippinen.
H. imbricata forma basi-subcordata Koorders 1919 ist eine Form mit einem größerem Spalt an der Blattbasis als die anderen zwei Arten.
GPS 8838 ist H. imbricata mit gewölbten, runden Blättern, die eng an den Baumstämmen wachsend oft in Symbiose mit Ameisen lebt. GPS 8838 stammt aus Sulawesi und wurde dort in Tonosu und in Pendolo gefunden.

Aufgrund der besonderen Blattform war lange unklar, ob es sich um eine Hoya oder eine Dischidia handelt. Deshalb gibt es auch einige Synonyme und ungültige Namen für H. imbricata Decaisne:
H. imbricata forma typica De Condolle 1846 (Name ungültig nach Artikel 24.3 Internationale Nomenklatur) = H. imbricata Decaisne 1844
Collyris major Neves 1877 (Name ungültig nach Artikel 53.1 Internationale Nomenklatur)
Conchophyllum maximum H. Karsten 1895 = Dischidia maxima H. Karsten ex Koorders 1898 = H. maxima H. Karsten ex Warburg 1907 (Name ungültig nach Artikel 53.1 Internationale Nomenklatur)
H. maxima (Karsten) ex Koorders 1916 = H. pseudomaxima Koorders 1919

Herbarmaterial

Spezies
Blattnummer
Typstatus
Sammler
Fundort
Funddatum
Hoya pseudomaxima Koorders
Isotyp
Ramos
Philippinen, Insel Luzon, Camarines am Mt. Isarog
November 1913 bis Dezember 1913
US

Publikationen

Koorders, Philippine Journal of Science 15, S.265 (1919) Klassifizierung Hoya pseudomaxima Koorders
Prodromus Systematis Naturalis Regni Vegetabilis (De Condolle 1824-1873) 8 S.637 (1844) Klassifizierung H. imbricata Decaisne
Fedde, Reppert. Nov., S.342 (1907) Hoya maxima Warburg (Name ungültig)
Medeseelingen uit`s Lands Plantentuin, Klassifizierung Dischidia maxima Koorders, basierend auf Conchyphyllum maximum Karsten
The World of Hoyas - a pictorial guide von D. Kloppenburg (1999) S.114 Kurzbeschreibung und S.115 Foto von Edward Gilding
C. M. Burton, H. imbricata Decaisne in Hoyan 4 (2), S.40-43 (1982)
Focke Albers, Ulli Meve: Sukkulenten - Lexikon Band 3 S.153 (2002)