Philippinische Hoyas



Die philippinischen Inseln mit den Hauptinseln Luzon, Mindanao und Palawan sind der ideale Lebensraum für Hoyas. Gebirgige Hügellandschaften, Plateaus und die Kegel von über 100 Vulkanen prägen das Land. Noch heute sind 21 davon aktiv. Am 15. Juni 1991 brach erstmals nach über 611 Jahren Ruhezeit der Mt. Pinatubo auf der Insel Luzon wieder aus.
Das Klima auf den 7107 Inseln, die sich nach dem spanischen König Philipp II. benennnen, ist maritim. In den niedrigeren tropischen Breiten zeigen sich nur geringe regionale, jahreszeitliche und tägliche Temperaturschwankungen. Der jährliche Niederschlag liegt zwischen 2000-3000 mm pro Quadratmeter. Ausgedehnte Trockenperioden, die die meisten Monsunländer haben, sind auf den Philippinen selten. Die mittlere Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 80%. Der Boden ist sehr fruchtbar, vorallem durch die Vulkangesteine.

Hoyas können auf den Philippinen in allen Höhen und auf allen zugehörigen Inseln gefunden werden.
Die älteste Publikation, die Hoyas auf den Inseln erwähnt, ist die aus dem Jahre 1837 von Francisco Manuel Blanco stammende "Flora de las Islas Filippinas".
Die aktuellste Publikation, heraus gegeben im Jahre 2005, ist das Information Bulletin Nr.: 237/ 2005 des Philippine Council for Agricultur
e, Forestry and Natural Resources Research and Development. (Department of Science and Technology). Simeona (Monina) V. Siar beschreibt und bebildert in einem kleinen Booklet 19 philippinische Hoyaspezies.

Kahlschlag und Brandrodung der philippinischen Regenwälder drängen den natürlichen Lebensraum von Hoyas und anderen tropischen Pflanzen stark zurück. So sind auf der Insel Mindoro, der siebtgrößten Insel des Archipels, bereits 92% des Regenwaldes zum Opfer gefallen. Der Rest wird durch illegalen Kahlschlag und Wilderei weiter geplündert. Erosionsschäden sind die Folge. Vorallem die gnadenlose Rodung der Rotangpalmen zur Gewinnung von Rattan sowie die aggresive Förderung philippinischer Bodenschätze, wie Marmor, Eisenerz etc., die mit zerstörenden Sprengungen in den Wäldern verbunden sind, schaden dem Regenwald.

©Ravan Schneider ©Ravan Schneider
Das ist eine Aufnahme der Stadt Puerto Galera auf der Insel Mindoro, fotografiert in 900m Höhe ü.M.. Rechts die Wälder auf Mindoro Oriental (Nordmindoro) aus 640m Höhe.

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Erschreckende Bilder des Kahlschlages auf Mindoro Oriental. Der Wald stirbt und mit ihm die tropischen Pflanzen.

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Der Artenreichtum der Pflanzen auf Mindoro ist beeindruckend. Hier Aufnahmen von Trichoglottis battaanensis, einer philippinischen Orchideenart, Aeschynanthus Spezies und Medinilla magnifica.

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........und natürlich im tropischen Pflanzengewirr eine Unmenge Hoyas. Die Bilder zeigen Hoyas im sterbenden Wald zu Füßen des Mt. Malasimbo nahe der Stadt Puerto Galera.

Insgesamt sind auf den philippinischen Inseln 51 klassifizierte Hoyaarten verbreitet. (Siar, Philippine Hoyas 2005)
D. Kloppenburg listet in seiner Monographie "Philippine Hoya Species" aus dem Jahre 2004 57 klassifizierte, auf den Philippinen endemische Arten und 4 auf den Philippinen wachsende, nicht edemische Arten.
Bis heute werden neue noch
namenlose Spezies entdeckt.
Nachfolgend zusammen gestellt eine Liste philippinischer Hoyaarten. Werden neue Spezies klassifiziert, füge ich sie der Liste bei. (Quelle: Kloppenburg, Philippine Hoya Species, 2004)

Hoya alagensis Schlechter ex Kloppenburg 1990
Hoya angustifolia Elmer 1938
(nomen nudum)
Hoya angustisepala Schlechter ex C. M. Burton 1987 = Hoya coriacea Blume = H. mindanaensis Elmer (1938)
Name ungültig
Hoya amblyolepis Schlechter =
evtl. Synonym von Hoya meliflua Blanco ex Merrill

Hoya benguetensis Schlechter 1906
Hoya bicknellii Kloppenburg 1999
Hoya bicolor Kloppenburg = Hoya incrassata Warburg 1904
Hoya bilobata Schlechter 1906
Hoya blashernaezii Kloppenburg 1999
Hoya benguetensis Schlechter 1906
Hoya bordenii Schlechter 1906
Hoya bulusanensis Elmer 1938 = Hoya panchoi Kloppenburg 1991
Hoya buotii Kloppenburg 2002
Hoya brittonii Kloppenburg 1992
Hoya burtoniae Kloppenburg 1990

Hoya cagayanensis Schlechter ex C. M. Burton 1987
Hoya camphorifolia Warburg 1906
Hoya cardiophylla Merrill 1920
Hoya cembra Kloppenburg 1990 = Hoya leucantha Schlechter, im amerikanischen und europäischen Handel unter dem falschen Namen H. odorata verkauft
Hoya ciliata Elmer 1938 ex C. M. Burton 1988
Hoya coriacea Blume 1826
Hoya crassicaulis Elmer 1938 ex Kloppenburg 1995
Hoya cumingiana Decaisne 1844
Hoya curtisii King & Gamble 1903

Hoya darwinii Loher 1909/1910
Hoya davidcummingii Kloppenburg 1995
Hoya diversifolia Blume 1826

Hoya edanoi C. M. Burton 1990
Hoya elmeri Schlechter (nicht publiziert)
Hoya el-nidicus Kloppenburg 1991 = Hoya diversifolia ssp. el-nidicus Kloppenburg 2001

Hoya fischeriana Warburg 1904
Hoya fraterna Blume

Hoya gigantangensis Kloppenburg 1991
Hoya golamcoiana Kloppenburg 1991 = Hoya cumingiana Decaisne 1844
Hoya greenii Kloppenburg 1995
Hoya gracilis Schlechter 1908
Hoya gracilis var. philippinensis Elmer
Hoya halconensis Schlechter ex Kloppenburg 1990
Hoya heuschkeliana Kloppenburg 1989

Hoya imbricata Callery ex. Decaisne 1844
Hoya imperialis Lindley 1846
Hoya incrassata Warburg 1904 = Hoya bicolor Kloppenburg 2003 = evtl. Hoya reticulata
Hoya intermedia Schlechter (nicht publiziert)

Hoya juannguoiana Kloppenburg 2002

Hoya kentiana C. M. Buton 1991

Hoya leytensis Elmer 1938 ex C. M. Burton 1988 und 1991
Hoya lindleyana F.Vill 1880
Hoya loheri Kloppenburg 1991
Hoya aff. loheri
Hoya longipes Schlechter ex Elmer 1938
Hoya luzonica Schlechter 1904 = Hoya meliflua Blanco ex Merrill 1837

Hoya macgregorii Schlechter 1906
Hoya madulidii Kloppenburg 1990 = H. ciliata Elmer ex C. M. Burton = Hoya coronarioides
Hoya meliflua Blanco ex Merrill 1837 = Hoya diversifolia Blume.
Hoya memoria Kloppenburg
Hoya merrillii Schlechter 1904
Hoya mindanaensis Elmer 1938 (ungültiger Name) = Hoya angustisepala Schlechter ex Burton 1987
Hoya mindorensis Schlechter 1906
Hoya multiflora Blume 1823
Hoya mitrata Kerr 1940
Hoya monetteae Green 2004

Hoya obscura Elmer 1938 ex Merrill ex C. M. Burton 1986
Es gibt mehrere Klone dieser Art. Sie scheint die allgemeinste und variabelste Hoya aller philippinischen Arten zu sein.
Hoya odetteae Kloppenburg 1998
Hoya odorata Schlechter 1904 = Hoya cembra Kloppenburg 1990
Hoya orientalis Li 1984

Hoya palawanica Schlechter ex Kloppenburg 1990
Hoya panchoi Kloppenburg 1988 und 1991 = Hoya bulusanensis
Hoya paziae Kloppenburg 1990/1991 = Hoya eugenioides
Nach David Liddle ist diese als Hoya paziae verkaufte Pflanze ein Hybride von Hoya cembra x Hoya schneei. Nach C. M. Burton ist es ein Hybride aus Hoya cembra x Hoya terentis.
Hoya pentaphlebia Merrill 1918
Hoya pimenteliana Kloppenburg 1999
Hoya philippinensis Li 1984 = Hoya reticulata Merrill 1920
Hoya pseudomaxima Koorders 1918/1919 = H. imbricata
Hoya pubicalyx Merrill 1918
Hoya pubifera Elmer 1938 (ungültiger Name)
Hoya pulgarensis Elmer 1938

Hoya quinquinerva Warburg 1904
Hoya quinquenervia ist eine Hoya, die C. M. Burton als "zweifelhaft und nicht echt" klassifiziert, da Warburgs Veröffentlichungen, Beschreibungen und Herbarmuster von einer Pflanze mit einem einzigen Blatt waren. Diese Veröffentlichungen sind nicht auffindbar. Man vermutet, das sie bei einem Bombenangriff im 2.Weltkrieg verloren gingen. C. M. Burton plädiert dafür, diese Art ohne Herbarmaterial "abzuschreiben". Sie ist sich sicher, das Warburgs Hoya quinquinerva bereits von anderen Sammlern gefunden und unter anderem Namen klassifiziert wurde. Welche Art auch immer es heute ist, der neue Name sollte akzeptiert werden, da es mit Pflanzenmaterial bewiesen werden kann.
Hoya quisumbingii Kloppenburg 1992

Hoya reflexa Benth und Hooker f. 1880
Hoya reticulata Merrill 1919/1920. Die Art wurde von P. T. Li 1984 in Hoya philippinensis Li umbenannt. C. M. Burton sieht die Art als Synonym von Hoya incrassata.
Hoya rizaliana Kloppenburg 1991. Nach Prüfung des Artenmaterials ist kein Unterschied zwischen Hoya rizaliana und Hoya loheri erkennbar.
Hoya rotundisepala Elmer 1938
Hoya ruscifolia Decaisne 1844. Eventuell handelt es sich hier um Dischidia ruscifolia.

Hoya schallertiae C. M. Burton 1987
Hoya siariae Kloppenburg 2002

Hoya tsangii C. M. Burton 1988 und 1991 ex Kloppenburg

Hoya verticillata (Vahl) G. Don 1837

Hoya wayetii Kloppenburg 1993. Nach C. M. Burton ist diese Art ein Klon von Hoya kentiana.
Hoya wibergiae Kloppenburg 2001

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Hoya imbricata auf der Insel Negros, aufgenommen in 410m Höhe ü.M.. Negros ist die viertgrößte Insel des Archipels. zweites Bild: Hoya imbricata, gefunden auf Mindoro in 520m Höhe.

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Selten und auf Mindoro zu Füßen des Mt. Malasimbo gefunden - Hoya penthaphlebia.

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Sehr verbreitet auf der Insel - Hoya merrillii. In Pola, einer Kleinstadt , etwa 100km von Puerto Galera entfernt, von Dr. Elmar Merrill erstmalig gefunden. Hier eine Aufnahme der Hoya merrillii vom Mt. Malasimbo/Mindoro.

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Phantastische Bilder der auf Mindoro immer epiphytisch wachsenden Hoya multiflora. Sie ist in Höhen zwischen 400 und 600m zu finden.

Alle Aufnahmen von den Philippinen stammen von dem deutschen, seit 10 Jahren auf Mindoro lebenden Pflanzenliebhaber Ravan Schneider. Mit seiner freundlichen Genehmigung kann ich diese Bilder hier veröffentlichen. Ich danke Ravan sehr.

Publikationen

C. M. Burton (2003) aus englischsprachige Hoya Disskusionsgruppe (Asclepiadaceae Hoya)
D. Kloppenburg: Hoya Basics - A Beginners Guide to Growing And Caring For Hoyas (1999)
D. Kloppenburg, Philippine Hoya Species (2004)
D. Kloppenburg und Ann Waymann: The Hoya Handbook - A Guide for the Grower & Collector (1992)
Flora Malesiana Bulletin Vol. 24/4 Nov. 1998 Artikel von D. Kloppenburg mit dem Titel "New Philippine Hoyas" nachgedruckt in
Fraterna 11/2 (1998) S. 8-11
Information Bulletin Nr. 237/2005 des Department of Science and Technology Las Banos Philippinen; Philippine Hoyas von Simeona V. Siar
Offizielle Webseite der Flora und Fauna der Philippinen unter anderem zu verschiedenen Hoyaarten