Kuriositäten einer Hoyasammlung

Meine seit Jahren akribisch beobachtete Hoyasammlung überrascht oft mit wundersamen Dingen, die es lohnen, einige Bilder hier zu veröffentlichen.
So überzeugt zum Beispiel die Blühfähigkeit einiger Hoyaarten in der Weise, dass vor allem an älteren dauerblühenden Pflanzen die Bildung mehrerer Blütenstiele aus einem Knoten durchaus nicht selten zu sehen sind.
H. polystachya aus Westjava ist sowieso eine vielblütige Hoyaart. Schon 2006 konnte ich an dieser Pflanze Doppelpedunkel beobachten. Seit Anfang Mai 2008 beobachte ich nun diesen Pedunkel, der sich an einem meterlangen verholzten, vollkommen kahlen Trieb entwickelt.
Mittlerweile zähle ich 8 Blütenansätze, die sich aus diesem Knoten gebildet haben. Ob sie je vollständig erblühen, kann ich nicht sagen, da sie schon jetzt mit tropfenden klarem Nektar verklebt sind.



Meine sonnenverbrannte H. incrassata/crassicaulis blüht seit Anfang Mai regelmäßig aus diesem 3-er Pedunkel. Öffnen sich alle drei Dolden gleichzeitig, hat die Blüte eine beachtliche Größe und "stinkt" moschusartig vor sich hin.



H. tsangii, im Handel falsch als H. bilobata verkauft, ist ein Dauerblüher mit mehreren Doppel-Pedunkeln an der Pflanze.



Auch die recht unscheinbare Hoyaart H. spec. GPS 8860, eine namenlose Sulawesi Spezies aus der Sammlung von Paul Shirley zeigt Doppelblütigkeit. Die kleinen Blüten sind allerdings in diesem Jahr schon zweimal abgefallen.




Hoyablüten sind eigentlich fünfzackige Sterne. 5 Kelchblätter der Krone und 5 Blätter der Nebenkrone sind normal. Eine Laune der Natur sind 4-geteilte Blüten. Ich konnte diese Kuriosität schon das zweite Jahr an einer Einzelblüte meiner H. arnottiana beobachten.



H. carnosa 'Krinkle-8', H. obovata, H. fungii, H. latifolia, verkauft als H. loyceandrewsiana und H. parasitica zeigen ebenfalls diese Abnormität.






Einen lang anhaltenden Flor versprechen Arten, die in voller Blüte stehend, die Pflanzen keineswegs daran hindern, neue Knospen einfach in der Mitte des Pedunkels nach zu schieben, wie hier an H. parasitica aus Laos zu sehen.



Selbst in Knospen kann der nachfolgende Blütenansatz schon sichtbar sein. Hier einige Beispiele für dieses überreiche Blühverhalten einiger Arten.
H. calycina, H. diptera, H. polystachya aus Westjava und H. australis ssp. australis.






Fleckige Knospen sind ein interessanter Farbtupfer in jeder Sammlung. In meiner Sammlung habe ich mehrere Pflanzen der H. lobbii. Verschiedene Klone der hell blühenden Art zeigen eine ganz unterschiedliche Fleckenbildung der Knospen. Hier zwei Bilder meiner im Mai blühenden H. lobbii mit reichlich Flecken an den Knospen der Dolden. Eine aus Thailand mitgebrachte hell blühende Spezies hat fast gar keine Flecken.
H. lobbii aus Thailand mit den roten Blüten zeigt relativ viele Flecken an den Knospen. In voll erblühtem Zustand ist eigenartigerweise bei allen Spezies von den Sprenkeln kaum mehr etwas zu sehen.





Auffällig auch die Knospenzeichnung an H. verticillata variegata und H. nicholsoniae.




Unerklärlich ist diese eigenartige Wuchsform einer meiner kleineren H. parasitica Klone. Dieser stammt aus Indien. Ich besitze die Pflanze seit etwa einem Jahr. Bis Mai dieses Jahres war keinerlei Wachstum zu sehen, obwohl H. parasitica Spezies eigentlich recht unkompliziert zu pflegende Hoyaarten sind. Anfang Juni bildete sich dann dieser dicke Stiel. Dieser hatte im unteren Teil sogar dünne kleine Stacheln (ähnlich einem Kaktus), die mittlerweile abgefallen sind. Oberhalb rollte sich dieser Stiel schneckenartig zusammen. Aus diesem Teil treibt die Pflanze jetzt und hat schon 4 neue Blätter gebildet.