Hoya polyneura Hooker 1883

Photo 11.2004 Foto 21.08.2005

Diese Hoya ist heimisch in der Himalayaregion Indiens. Sie wächst als Epiphyt auf großen Bäumen und lässt sich vom Monsumregen berieseln. Sie wurde in Höhen von 1000 - 3000 m Höhe ü. M. gefunden. In China wächst sie in Yizang im NW Yunnans in immergrünen Wäldern in etwa 1400m Höhe. Diese Pflanze ist keine Schlingpflanze wie andere Hoyas. Sie wächst strauchartig mit anmutigen, abwärts gebogenen Zweigen, die durch das eigene Gewicht herunter hängen.

Die Blätter sind paarig, sehr flach und rautenförmig. Sie sind grün, mit dunkleren blaugrünen Venen, die eine schöne Zeichnung auf das Blatt bringen. Die Anordnung und Form der Blätter erinnert an Fischschwänze, deshalb wird H. polyneura oft als die "fishtail Hoya" bezeichnet. Stellt man sich Fische mit blaugrünen Schwänzen, sehr dunklen schwärzlich grünen Rippen mit noch dunkleren grünen Kanten vor, fügt einige Spritzer Weiß hinzu, befreit sie von ihren Schwänzen und klebt sie auf einen robusten aufrechten Busch - schon hat man H . polyneura. Die Blätter sind 6-8 cm lang und 2,5-4 cm breit.

Die Blütendolden bilden sich versteckt unterhalb der Knoten der paarigen Blätter und werden direkt am Blütenzweig mit sehr kurzem oder überhaupt keinem Blütenstiel gebildet, so daß die Blumen nur von unten sichtbar sind. Deshalb sollte H. polyneura als Hängepflanze gepflegt werden. Sie ist ein guter Blüher und wird, wenn es ihr in der Sammlung gefällt, peduncel an einer jungen Pflanze bilden. Die Blüten sind wunderschön mit weißen Blütenblättern und einer großen purpurnen Nebenkrone. Die Kelchblätter sind spitz und in voll erblühten Zustand zurück gebogen. Die Blätter der Nebenkrone sind rund. Aus einem peduncel bilden sich normalerweise fünf bis sechs Dolden im Jahr mit 7-10 Einzelblüten. Die Blüten sind Schönheiten! Sie produzieren viel Nektar, duften leicht und halten etwa eine Woche.

Obwohl H. polyneura keine leicht zu züchtende Pflanze ist, kann es mit den richtigen Bedingungen und viel Ausdauer geschafft werden, sie zum Treiben zu bringen. Sie sollte kühl stehen, sonst werden keine Blüten gebildet. Die Luftfeuchtigkeit muss durch Sprühen hoch gehalten werden. Die Pflanze mag im Winter nur wenig Wasser. Sie sollte in eine, für Hoyas ungewöhnlich, schwere Mischung mit reichlich gewaschenem Sand eingetopft werden. H. polyneura ist nicht gern völlig trocken, aber "nasse Füße" toleriert sie für längere Zeit nicht.

Die amerikanische Hoyaspezialistin C. M. Burton schrieb in einem Hoyaforum, das H. lobbii eine var. oder ssp. von H. polyneura sei.

H. polyneura IPPS 00153



Herbarmaterial

Species
Blattnummer
Typstatus
Sammler
Fundort
Funddatum
H. polyneura Hooker
# 3793
Isotype
W. Griffith
Indien, Sikkim
Harvard University Herbaria
H. polyneura Hooker
# 29
Isotype
Hooker
Indien, Sikkim
Harvard University Herbaria

Publikationen

Flora of British India 4, S. 54 (1883) Klassifizierung Hooker
Flora of China Vol. 16, S. 233
Dale Kloppenburg und Ann Wayman, The Hoya Handbook ( A Guide for the Grower & Collecter) 1992, S. 87
Fraterna 17/3 2004 S. 5 Kurzbeschreibung von Ann Wayman
The World of Hoyas - a pictorial guide von D. Kloppenburg (1999) S. 204 Kurzbeschreibung und S. 205 Foto von Dale Kloppenburg s. u.
Forster & D. J. Liddle & I. M. Liddle, The genus Hoya R.Br. (Asclepiadaceae: Marsdenieae) as commonly cultivated in Australia in Asklepios 78 S. 30 (1999)
C. M. Burton, Hoyas I know and love, Atlanta 1981, S. 30
Hoya polyneura Hooker f. in Hoyan 2 (1), S. 2 (1980)