Hoya gracilis Schlechter 1908
= H. memoria Kloppenburg 2004



Die Heimat der Originalpflanze von H. gracilis ist heute nicht mehr eindeutig feststellbar. Bewiesen ist, dass sie Sammler 1886 nahe Tolisso, Celebes, dem heutigen Sulawesi, fanden und sie später Dr. Schlechter übergaben. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Dr. Schlechter nicht in Sulawesi. Es wird vermutet, das die Pflanze einige Jahre in Celebes wuchs, bis sie Dr. Schlechter übergeben wurde.
Auch die Heimat Philippinen kann nicht genau bestätigt werden. Es existiert ein Herbarblatt am US Smithsonian Herbarium mit einer Pflanze, gefunden von E. D. Merrill (# 5653) am Mt. Halcon auf der Insel Mindoro im November 1906 in 900 m Höhe ü. M., das von Dr. Schlechter als H. gracilis var. philippinensis benannt wurde.

In der Publikation "Leaflets of Philippine Botany" 10 (1938) S. 358 beschreibt A. D. E. Elmer eine von ihm bei Tadaya gefundene Pflanze (Nr. 10482) als H. gracilis Schlechter. Er notiert: ........ Pedicel fast rötlich, Blüten herab hängend, tief rot und geruchlos. ......... Elmer räumt jedoch in dieser Beschreibung ein, das seine Pflanze mit Schlechters Celebes Pflanze nicht identisch sein könnte.
1918 wurde in der Antiqua Provinz, Panay Philippinen von Mc. Gregor eine Pflanze gefunden (Nr. 32378), die er H. gracilis var. philippinensis nannte.

Schlechter ordnete H. gracilis 1913 der Sektion Hoya zu. Heute zählt H. gracilis zur Sektion Acanthostemma Kloppenburg.

H. gracilis ist ein schlanker epiphytischer Bergsteiger.
Die Blätter sind 4 bis 6 cm lang und 2 cm breit. Sie haben eine elliptische Form. Die Blattbasen sind schmal, die Blatthöhepunkte spitz. Auf der Blattoberseite sind keine Venen sichtbar, dafür aber schöne weiß silberne Flecken, die über das ganze Blatt verteilt sind. Hat H. gracilis einen sonnigen Standort, können diese Flecken auch rosa oder bräunliche Töne haben. Auf der Blattunterseite sind keine Flecken sichtbar, nur die Mittelvene. Die Blattunterseite ist in der Farbe heller als die Blattoberseite, etwa grau-grün. Die Unterseite ist samtig behaart.

Die Blüten sind H. bilobata ähnlich. Sie sind rot mit zurück gebogenen Kronenlappen. H. gracilis blüht in lockeren Schirmen mit 15 bis 20 Einzelblüten. Die Blüten sind kraus, das heißt, mit Haarzellen versehen. In Richtung des Zentrums ist eine gelbe Farbe zu sehen.

H. gracilis ist eine hübsche kleinblättrige Hoya, die willig wächst und blüht. Besonders schön sind die gefleckten Blätter. Am besten kommt sie im Zimmer als Hängeampel zur Geltung. Sie sollte in einen kleinen Topf gepflanzt werden. Umgepflanzt wird die Pflanze erst, wenn der Topf überwuchert ist.

In Fraterna 17/4 (2004) wurde von D. Kloppenburg eine neue Hoyaart klassifiziert, die er H. memoria nannte. H. memoria hat große Ähnlichkeit mit H. gracilis. Sie wurde von Green und Kloppenburg im Memorial Garden in Manila, Philippinen im Jahre 1981 gefunden. Das Pflanzenmaterial stammt von Blas Hernaez, gefunden in Los Banos, Philippinen.

Herbarmaterial

Species
Blattnummer
Typstatus
Sammler
Fundort
Funddatum
Hoya gracilis Schlechter
o. Nr.
Holotyp
unbek. Sammler
Indonesien, Insel Celebes
9. Juni 1886
Hoya gracilis Schlechter
#10482
Elmer
Philippinen, Insel Mindoro
BO
H. gracilis var. philippinensis
#32378
Mc Gregor
Philippinen, Antigua Province, Panay
1918
BO
H. gracilis var. philippinensis
#5653
Merrill
Philippinen, Insel Mindoro, Mt. Halcom
November 1906
US
Hoya gracilis Schlechter
#14203
Philippinen, Palawan
1951
PNH
Hoya gracilis Schlechter
#45478 u.#455477
Ramos & Edano
UC
Hoya gracilis Schlechter
#19519
Britton
1953
PNH
Hoya gracilis Schlechter
#5023
Fox
PNH
Hoya gracilis Schlechter
#93890
Ramos & Convocar
Philippinen, Insel Mindoro
PNH
H. memoria Kloppenburg
#81074
Green & Kloppenburg
Philippinen, Manila, Memorial Garden
1981
UC

Publikationen

Englers Botanische Jahrbücher, Beiblatt 92, S.14 (1908) Klassifizierung H. gracilis Schlechter
Leaflets of Philippine Botany 10 (1938) S. 358 Beschreibung Elmer
Fraterna 17/4 2004 S. 1 bis 4 Klassifizierung Kloppenburg H. memoria Kloppenburg, Vergleich der neuen Hoyaart mit H. gracilis Schlechter.
P. S. The Hoyan Vol. 4/1 Januar 2005 C. M. Burton setzt sich mit Kloppenburgs Klassifizierung von H. memoria in Fraterna 17/4 2004 und seinen Aussagen zu H. gracilis Schlechter auseinander
D. J. Liddle, H. gracilis Schlechter in Hoyan 13 (Part 2) S. 3 (1991)
The World of Hoyas - a pictorial guide von D. Kloppenburg (1999) S. 108 Kurzbeschreibung und S.109 Foto von Ann Wayman

Foto am 02.08.05
meine kleine Pflanze Hoya gracilis 2005


als H. memoria klassifizierte Spezies blühend im Dezember 2007